DropLink LocalSend
LocalSend ist eine beliebte Open-Source-App für die Dateifreigabe im LAN. DropLink deckt denselben Bereich ab – schnelle, verschlüsselte lokale Übertragung – und bietet darüber hinaus P2P-Funktionen über das Internet mit NAT-Traversal, einer integrierten Weboberfläche und QUIC-Protokoll.
Kurze Antwort
DropLink und LocalSend bieten beide schnelle LAN-Übertragungen, aber DropLink bietet drei Funktionen, die LocalSend nicht beherrscht: Internet-P2P mit NAT-Traversal (über iroh), eine integrierte Web-Benutzeroberfläche, sodass der Empfänger keine App benötigt, und QUIC-Transport mit BBR-Überlastungskontrolle (im Gegensatz zu LocalSends HTTP über TCP). In einem Gigabit-LAN sind beide schnell; bei verlustbehaftetem WLAN oder netzwerkübergreifenden Szenarien ist DropLink deutlich robuster. LocalSend ist vollständig Open Source; die Transportprotokolle von DropLink (QUIC, Noise, BLAKE3) sind offen, aber die App selbst ist noch nicht als Open Source verfügbar.
Funktion matrix
| Funktion | DropLink | LocalSend |
|---|---|---|
| Übertragung im lokalen Netzwerk (LAN) | ||
| P2P-Übertragung über das Internet | ||
| NAT-Traversal | ||
| Web-Benutzeroberfläche – Empfang über den Browser | ||
| Native macOS-App | ||
| Native iOS-App | Demnächst | |
| Native Windows-App | ||
| QUIC-Transport | ||
| End-to-End-Verschlüsselung | ||
| Passwortschutz | ||
| Anfragen im AirDrop-Stil | ||
| Open Source | ||
| Preis | Kostenlos | Kostenlos |
Sollten Sie zu DropLink wechseln?
LocalSend ist eine hervorragende Open-Source-Lösung, wenn Ihr Anwendungsfall ausschließlich auf das lokale Netzwerk beschränkt ist. DropLink ist die bessere Wahl, wenn Sie Datenübertragungen über das Internet benötigen, möchten, dass Empfänger lediglich einen Browser verwenden, oder die Leistung von QUIC in modernen Netzwerken schätzen.
Häufig gestellte Fragen
Was bietet DropLink, was LocalSend nicht bietet?
DropLink unterstützt Internetübertragungen mit NAT-Traversal – LocalSend funktioniert nur im selben lokalen Netzwerk. DropLink verfügt zudem über eine integrierte Web-Benutzeroberfläche, sodass auf dem Empfängergerät keine App installiert sein muss. Außerdem nutzt es QUIC für schnellere und zuverlässigere Übertragungen in modernen Netzwerken.
Ist LocalSend schneller als DropLink?
Im selben lokalen Netzwerk sind die Geschwindigkeiten vergleichbar. DropLink nutzt jedoch QUIC, das einen 1-RTT-Handshake verwendet, während LocalSend auf HTTP/TCP setzt. Bei kleinen Dateien und in Netzwerken mit hoher Latenz ist DropLink spürbar schneller.
Kann ich DropLink wie LocalSend offline nutzen?
Ja. DropLink funktioniert in lokalen Netzwerken ohne Internetverbindung – genau wie LocalSend. Das Internet wird nur genutzt, wenn Dateien zwischen Geräten in verschiedenen Netzwerken übertragen werden.
DropLink vs. LocalSend – worin besteht eigentlich der Unterschied?
Transport: QUIC gegenüber HTTP über TCP
LocalSend verwendet für die Dateiübertragung einfaches HTTP anstelle von TCP. TCP leidet unter Head-of-Line-Blocking (ein verlorenes Paket bringt den gesamten Datenstrom zum Stillstand) und erfordert separate TLS-Handshakes (2–3 RTT). DropLink verwendet QUIC (RFC 9000) über quinn 0.11: integriertes TLS 1.3, Stream-Multiplexing ohne HOL-Blocking, 1-RTT-Handshake (0-RTT bei Wiederaufnahme). Bei WLAN mit gelegentlichem Paketverlust ist QUIC deutlich widerstandsfähiger.
Internet-P2P mit NAT-Traversierung
LocalSend funktioniert nur zwischen Geräten im selben lokalen Netzwerk. DropLink fügt einen zweiten Pfad hinzu: Befinden sich Geräte in unterschiedlichen Netzwerken, nutzt es iroh 0.96 für das „Hole-Punching“ von NAT, mit einem DERP-Relay (Designated Encrypted Relay for Packets) als Ausweichlösung. Die öffentliche DNS-Erkennung von iroh ist explizit deaktiviert – es wird nur das von DropLink betriebene Relay verwendet, sodass die IP-Adresse des Geräts nicht an DNS-Server von Drittanbietern weitergegeben wird.
Web-Benutzeroberfläche – Empfänger ohne App
DropLink enthält einen integrierten HTTP-Server (axum auf dem Rust-Kern), der eine lokale Web-Benutzeroberfläche bereitstellt. Der Empfänger öffnet einen Link in einem beliebigen Browser und lädt Dateien herunter – keine App, kein Konto. Bei Remote-Empfängern betreibt der Relay-Server ein Gateway, das iroh-Blobs als HTTP-Antworten weiterleitet. LocalSend setzt voraus, dass auf beiden Seiten die LocalSend-App installiert ist.
Informationen zu Entdeckung und Leistung
Beide Apps verwenden mDNS zur Erkennung, aber DropLink veröffentlicht den QUIC-Zertifikatsfingerabdruck im TXT-Eintrag zur TOFU-Verifizierung. Der LAN-Transport von DropLink nutzt 8 MB-UDP-Socket-Puffer, anfänglich MTU 1472 mit 1200 als Fallback, ein 64 MB-Stream-Empfangsfenster, BBR-Überlastungskontrolle mit einem 1 MB-Anfangsfenster und eine auf alle 10 Pakete oder 5 ms reduzierte ACK-Frequenz – speziell auf Wi-Fi 6 abgestimmt. Die typische LAN-Geschwindigkeit liegt bei über 50 MB/s.
Unterschiede in der Sicherheit
Beide Apps nutzen TLS für die Transportsicherheit. LocalSend verwendet selbstsignierte Zertifikate mit einer visuellen Vertrauensabfrage. DropLink nutzt TLS 1.3 (TLS 1.2 wurde abgelehnt) anstelle von QUIC mit ECDSA P-256-Zertifikaten und „Trust On First Use“ über den mDNS-Fingerabdruck – nach der ersten Kopplung in einem bestimmten Netzwerk erfolgen keine weiteren Abfragen. Die Verschlüsselungssuiten sind architekturoptimiert (AES-NI auf x86, ChaCha20-Poly1305 auf ARM). Für Internetübertragungen fügt DropLink das Noise-Protokoll (IK-Handshake, ed25519-Identität) und BLAKE3-verifiziertes Streaming hinzu: Selbst ein böswilliger Relay-Server kann keine Bytes verändern, ohne entdeckt zu werden.
Leistungsvergleich
- DropLink LAN-Geschwindigkeit
- 50+ MB/s auf Wi-Fi 5/6
- DropLink-Handshake
- 1 RTT (0-RTT Fortsetzung)
- LocalSend-Handshake
- TCP + TLS (2–3 RTT)
- Überlastungskontrolle
- BBR vs. serienmäßiges TCP
- Blockierung am Anfang der Warteschlange
- Nein (QUIC) vs. Ja (TCP)
- Online-Überweisung
- DropLink: Ja (iroh + DERP). LocalSend: Nein.
Technische FAQ
Ist DropLink ebenso wie LocalSend Open Source?
Die von DropLink verwendeten zugrunde liegenden Protokolle (QUIC, TLS 1.3, Noise, BLAKE3, mDNS) sind allesamt offene Standards. Die App selbst ist noch nicht Open Source – DropLink wird derzeit als kostenlose Closed-Source-App auf App Store und Microsoft Store vertrieben. LocalSend hingegen ist vollständig Open Source unter einer MIT-ähnlichen Lizenz.
Warum sollte man für die Dateiübertragung „QUIC“ statt „HTTP“ verwenden?
QUIC verhindert Head-of-Line-Blocking (ein verlorenes Paket bringt nicht den gesamten Datenstrom zum Stillstand), verkürzt die Handshake-Zeit auf 1 RTT (0-RTT bei Wiederaufnahme) und integriert TLS 1.3 nativ. In einem LAN mit gelegentlichen WLAN-Ausfällen ist QUIC deutlich robuster als HTTP über TCP. DropLink optimiert QUIC speziell für LAN: 8 MB UDP-Puffer, 64 MB-Stream-Fenster, BBR mit 1 MB-Anfangsfenster, ACK-Frequenz auf alle 10 Pakete reduziert.
Kann ich DropLink nutzen, ohne etwas auf dem Empfänger zu installieren?
Ja. Die Web-Benutzeroberfläche ist hier das entscheidende Merkmal. Der Absender führt DropLink aus, wodurch ein lokaler HTTP-Server und eine Signalisierungssitzung auf dem Relay gestartet werden. Der Empfänger öffnet die generierte Verbindung in einem beliebigen Browser (iPhone, Android, Linux, egal was) – es ist keine App erforderlich. Bei LocalSend muss auf beiden Seiten immer die App installiert sein.
Was passiert, wenn ich das lokale Netzwerk verlasse?
LocalSend kann keine Daten mehr übertragen. DropLink wechselt über iroh zum Internet-P2P: Zunächst wird versucht, über NAT eine direkte Verbindung zwischen den beiden Geräten herzustellen, und erst wenn dies fehlschlägt, wird auf das DERP-Relay zurückgegriffen. In beiden Fällen ist die Übertragung durchgehend verschlüsselt, und das Relay hat zu keinem Zeitpunkt Einblick in den Inhalt der Datei.